Donnerstag, 7. November 2024

2. Woche Kambodscha

Die Provinzhauptstadt Kompong Chhnang ist bekannt für die traditionell hergestellten Töpferarbeiten und die schwimmenden Dörfer auf dem Tonle-Sap-See, dem grössten Süsswassersee Südostasiens. Jetzt nach der Regenzeit schwillt dieser um ein Vierfaches auf über 10 000 km2 an. Bei einem Halbtages-Ausflug durften wir den Töpferinnen bei der Arbeit an der fussbetriebenen Scheibe zusehen. Grosse Wassertöpfe werden ganz in Handarbeit mittels Holzspachtel und einer besonderen Klopftechnik hergestellt. Das sieht alles ganz einfach aus und geht ganz fix, bis man selber handanlegt... 

Einmalig war auch die gemächliche Bootsfahrt durch die schwimmenden Dörfer, wo sich das ganze Leben auf dem Wasser abspielt inklusive Schulbesuch, Einkauf oder Bootsreparatur. Am Abend fuhren wir mit den Fahrrädern durch die typisch kambodschanische Landschaft mit Reisfeldern und den photogenen Palmyra- und Kokospalmen. Nach zwei Nächten ging es für einen Zwischenstopp in die Hauptstadt Phnom Penh, wo wir das bekannteste Killing Field "Choeung Ek" besuchten. Insgesamt 129 Massengräber wurden auf dem Gelände lokalisiert, 86 Gräber sind bereits geöffnet worden. Die Funde zeugen von unvorstellbaren Gräueltaten. Da wir am Donnerstag früh mit dem Zug Richtung Süden fuhren, nächtigten wir in einem modernen Wolkenkratzer gleich neben dem Bahnhof mit tollem Pool und Panoramablick über die Stadt.

In der Hälfte unserer Reise ein kurzes Fazit: Das Land lässt sich mit Bus oder Zug sehr gut individuell bereisen. Die Hotels stellen auf Anfrage tolle Ausflüge inklusive Fahrer zusammen oder man bucht sich kurzerhand über eine App selbst ein Tuk-Tuk. Das tropische Klima vertrage ich besser als erwartet; nur mit den Moskitos habe ich meine liebe Mühe. Hier die neusten Bilder.

Montag, 4. November 2024

1. Woche Kambodscha - Rote Khmer

Selten fühlten wir uns in einem Land so willkommen, wie hier in Kambodscha. Die Leute begegnen uns mit solch einer Herzlichkeit und die Kinder mit einem Strahlen; es ist herzerwärmend. Umso erstaunlicher im Wissen der Schreckensherrschaft der "Roten Khmer", welche erst im April 1998 endete und ca. 2.5 Mio. Menschen das Leben kostete. Battambang erlangte traurige Berühmtheit aufgrund der nahegelegenen Killing Caves, wo Mönche auf brutalste Art umgebracht wurden. Auch im Hotel wurden wir mit der schrecklichen Geschichte konfrontiert. Ein älteres, asiatisches Gästepaar aus Florida erzählte uns von ihrer Kindheit, der Flucht in die Staaten und der erfolglosen Suche nach überlebenden Verwandten. Sie zeigten uns ein altes Familienfoto: Von den zirka 40 freundlich in die Kamera lächelnden Personen überlebten nur gerade deren drei. Am Samstag Abend besuchten wir eine Zirkusschule, wo die Gräueltaten von Pol Pot in einer eindrucksvollen akrobatischen und tänzerischen Darbietung dargestellt wurden mit dem Ziel, junge Kambodschaner bei der Verarbeitung dieses schweren Erbes zu helfen.
Wir waren froh, um unsere idyllische Unterkunft sowie die beiden Velotouren, die halfen die schrecklichen Bilder und Erzählungen zu verarbeiten. Mit den Hotelvelos fuhren wir ins Zentrum, in welchem sich mehr als 800 historische Gebäude aus der französischen Besatzungszeit (1907-1940) und unzählige Tempel sowie Klosteranlagen befinden. Mit Soksabike unternahmen wir am Folgetag eine geführte Fahrradtour durch die umliegenden Dörfer und lernten viel Spannendes über die Herstellung von Reispapier, die Zubereitung von Bananenchips und Reiswein. Der Besuch der prahok-Fabrik war ein geruchsintensives Erlebnis. Die fermentierte Fischpaste findet sich in den meisten lokalen Gerichten und besteht aus Fischen, welche für 2 bis 4 Wochen als Paste mit viel Salz in Fässer eingelagert werden.
Krönenden Abschluss unseres 4-tägigen Aufenthaltes in Battambang bildete das allabendliche Ausfliegen von zig Millionen Fledermäuse, welche schlangenartige Figuren in den Himmel zeichnen.
Über die gut ausgebaute Autobahn ging es dann am Montag mit dem Bus in rund 3.5 Stunden nach Kampong Chhnang. Hier die nächste Bildstrecke.

Freitag, 1. November 2024

1. Woche Kambodscha

Wir starteten unsere 3-wöchige Reise gleich mit der bekanntesten Sehenswürdigkeit des Landes: Den Tempeln von Ankor. 
Nach 2-stündigem Flug und Transfer wurden wir am Montag abend herzlich vom Personal unserer kleinen Unterkunft in Siem Reap begrüsst. Und wer mich kennt, weiss: 10min. nach Check-in zog ich bereits genussvoll die ersten Bahnen im Pool.
Am Folgetag tauchten wir dann in die faszinierende Tempelwelt ein. Kaum zu glauben, dass diese von Hand erschaffen und 900 Jahre überdauert hat. Terra, unser Fahrer, chauffierte uns einen Tag lang von Tempel zu Tempel und wir kamen aus dem Staunen nicht heraus. Unser persönlicher Lieblingstempel ist der "
Banteay Srei", dessen zarten und kunstvollen Verzierungen geheinnissvolle, hinduistische Sagen erzählen.
Am Folgetag besuchten wir das "Old French Quarter" in Siem Reap mit seinen liebevoll renovierten Kolonial- und alten Warenhäuser. Ruhe fanden wir in den unzähligen Tempeln und dem Königspalast.
Während an der "Pup Street" laute Musik aus den Boxen dröhnt und Pizza serviert wird, setzten wir uns am Fluss zu einem der mobilen Essensstände und genossen die authentische Khmer-Küche. Rolf hatte einfach etwas Mühe seine langen Beine unter den Tisch zu kriegen ;-)
Am Donnerstag begleitete uns nebst Terra ein Führer durch die Tempelanlagen und erzählte uns viel Wissenswertes über deren Entstehung. Wir hatten Glück, denn es wurden an diesem Tag
 neue Marketing Fotos geschossen und viele Frischvermählte liessen sich vor den berühmten Türmen von Angkor Watt ablichten. Unser persönliches Highlight war jedoch der Tempel "Ta Prohm" mit seinem wurzelumrankten Mauerwerk. Kein Wunder, dass dieser romantische Ort als Kulisse für den Film "Lara Croft - Tomb Raider" diente.
Bevor es am Mittag mit dem Bus nach Battambang ging, bestaunten wir den Sonnenaufgang am Wasserbecken "Srah Srang" und genossen ein letztes Frühstück am Hotelpool. Hier die Fotos zum Bericht.

Geschichte Ankor
Als Zeichen der Macht liessen sich die Herrscher während des Devarāja-Kults (9 bis 13. Jh.) kunstvolle Tempel errichten. Die Könige versuchten, ihre Vorgänger zu übertreffen; sei es in der Ausdehnung des Reiches oder in der Grösse des Tempels. Auch die Bautechnik entwickelte sich im Laufe der Zeit weiter. So kommt es, dass die Tempel immer grösser und prächtiger wurden - mit Angkor Watt als Höhepunkt. 

Dienstag, 29. Oktober 2024

Anreise nach Kamodscha

Ja, wir sind wieder einmal auf Reisen und dieses Mal geht es für 3 Wochen nach Kambodscha. Wir hoffen, dass es beim dritten Anlauf nun klappt, nachdem 2013 Siljas Gesundheit und 2022 Corona einen Strich durch unsere Planung machten. 
Da es keine Direktflüge ins Land gibt, entschieden wir uns für einen 2.5-tägigen Zwischenstopp in Singapur. Die Grossstadt ist mit fast 6 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Zwergstaat der Erde. Daher erstaunte es uns nicht, dass riesige Wolkenkratzer das Erschungsbild prägen. Fasziniert waren wir jedoch, wie entspannt, aufgeräumt und grün diese Grossstadt daher kommt. Am ersten Tag mischten wir uns in den Stadtteilen Chinatown und Little India unter das geschäftige Treiben und wurden umhüllt von exotischen Düften und Geräuschen. Am Abend besuchten wir dann die Licht- und Musikshow der Supertrees in den "Gardens by the Bay" und waren faszinierend von der eindrucksvollen Skyline. 
Am zweiten Tag spazierten wir durch den weitläufigen Singapore Botanic Garden, welcher einer der wichtigsten Botanischen Gärten Asiens ist und rund 74 Hektaren umfasst. Abends bestaunten wir das Lichtermeer von der Terrasse des markanten "Marina Bay Sands Hotel" und spazierten im Anschluss über die beleuchtete "Helix Bridge" zurück zu unserem Hotel. Erholung zwischen unseren Programpunkten und von den schwühlheissen 31 Grad, fanden wir jeweils am begrünten Hotelpool, wo uns die für Asien typischen Mynas neugierig beäugten.
Vor dem Weiterflug  nach Siem Reap am Montag liessen wir es uns natürlich nicht nehmen, den futuristischen Wasserfall im Flughafen Changi als letztes von vielen Highlights zu bestaunen.
Die ersten Impressionen sind hier abgelegt. Viel Spass beim Anschauen!

Donnerstag, 5. Mai 2022

5. und letzte Woche Namibia

Ein letzter Blick auf die markante Spitzkoppe und dann ging es Richtung Kreuzkap an der Atlantikküste gelegen. Nicht das GPS signalisierte unsere Zielankunft sondern ein kalter Wind angereichert mit einer unverkennbaren Duftnote. Das Meer und die Seehunde konnten nicht mehr weit sein… Hier im Cape Cross Sealreserve leben auf einem Strandabschnitt schätzungsweise 80‘000 bis 100‘000 Zwergpelzrobben; auch als Seelöwen oder Ohrenrobben bezeichnet. Egal, ob wir nach links oder rechts schauten, überall lagen Robben und der Lärmpegel war entsprechend hoch. Selbst der überdachte Picknickbereich und die für die Touristen vorgesehenen Holzstege waren von Robben belagert. Und nein, diesen stattlichen Tieren will man nicht zu nahe kommen (Kampfgewicht Weibchen zirka 75kg).

Dem Meer entlang Richtung Süden durchfuhren wir die lebensfeindliche Skelettküste. Über die Herkunft des Namens gibt es zwei Versionen: Zum einen sagt man, der Name kommt von den ehemals gestrandeten Walen. Wobei die Skelette von den Ovahimbas zum Bau ihrer Hütten benutzt wurden. Die zweite Version ist, dass die Küste den Schiffen, die hier wegen dichten Nebels im Laufe der Jahnhunderte sanken, seinen Namen verdankt. Die Seeleute, die sich an Land retten konnten, verdursteten meistens in der trockenen Wüste.

Nach den letzten heissen Tagen und staubigen Pisten freute ich mich auf gemütliche Tage im Städtchen Swakopmund, welches wegen seiner Wüstenlage direkt am Atlantik oft in dichtem Nebel verschwindet. Dieser wollte sich aber an unserem ersten Tag noch nicht einstellen. So schlenderten wir bei wunderbarem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen durch diesen mit viel deutschem Flair angereicherten Ort und bestaunten die historischen Gebäude. Am Nachmittag radelte Rolf mit einem E-Fatbike über die vor den Toren der Stadt gelegenen Dünen während ich mich dem letzten Reiseblog widmete.

Am Folgetag fuhren wir durch den sich auflösenden Nebel zur Walvis Bay, bekannt für ihren Vogelreichtum und die Salzgewinnung. Im Anschluss haben wir im Swakopmund Museum viel über die Anfänge der Stadt erfahren und fanden dort eine Unmenge interessanter Ausstellungstücke. Da gab es zum Beispiel die Shell-Möbel aus Benzinkanister zur Depressionszeit um 1930 oder ein vollständiges Zahnarztzimmer aus der Kolonialzeit. Das Museum schaffte es, ein Gefühl der Zeit zu vermitteln, als Namibia noch eine deutsche Kolonie war und die gesamte Versorgung über diesen kleinen Ort abgewickelt wurde. Die kleine Hafenstadt wird von den Einheimischen zwar das "südlichste Nordseebad" bezeichnet trotzdem staunten wir nicht schlecht, als wir beim Verlassen des Museums einen vollen Strand mit badenden Kindern antrafen während sich über dem Meer noch die letzten Nebelschwaden auflösten.

Trotz kaum vorhandener Niederschläge haben sich auch einige Pflanzen an das Wüstenklima angepasst und leben von dem fast täglichen Nebel. Die 50km lange Landschaftsroute "Welwitscha Drive" führt uns durch eine unwirtliche Mondlandschaft und ist benannt nach der bis zu 1‘000 Jahre alten Weltwitscha-Pflanze, welche entlang des Weges wächst. Diese bildet nur zwei Blätter, die ständig von der Basis nachwachsen während die Enden absterben und vertrocknen.

Unsere letzte Nacht im Dachzelt verbrachten wir im Schatten der Blutkoppe und während der Nacht fegte ein warmer Wind über unser Zelt. Über den Bosua Pass ging es dann zurück nach Windhoek, wo wir unser Fahrzeug zurückgaben und im Anschluss in die schöne Onjala Lodge chauffiert wurden. Hier verbrachten wir die letzten beiden Nächte in einem gemütlichen Bungalow bei gutem Essen, genossen kleine Wanderungen mit erneuten Tiersichtungen und feierten meinen 50. Geburtstag, welcher als ein weiteres Highlight in Erinnerung bleiben wird.

Schweren Herzens nehmen wir nun Abschied von Namibia einem Land der Kontraste: Bizarre Landschaften, unglaubliche Weiten, eine artenreiche Tierwelt, wunderbares Licht, ein unglaublicher Sternenhimmel und sehr freundliche Menschen.

Für drei Monate aus dem Alltag auszubrechen und das nach der schwierigen Corona-Zeit war ein riesiges Geschenk, für welches wir sehr dankbar sind. Die Rückreise fällt uns entsprechend schwer, jedoch kehren wir mit vielen wunderbaren Erinnerungen im Gepäck in ein sehr schönes und bequemes Leben zurück und freuen uns auf Freunde sowie Familie. In diesem Sinne auf bald in der schönen Heimat!

Hier die letzten Impressionen und untenstehend unsere komplette Reiseroute:

Windhoek Maison Ambre Guesthouse - 1 Nacht
Tsauchab River Camp - 3 Nächte
Desert Camp Bungalow - 2 Nächte
Tok Tokkie Trail - 2 Nächte
Klein Aus Vista Desert Horse Inn - 2 Nächte
Canyon Roadhouse Campsite - 2 Nächte
Jansen Kalahari Farm Campsite - 1 Nacht
Farm Heimat - 1 Nacht
Windhoek - Maison Ambre Guesthouse - 1 Nacht
Waterberg Wilderness Campsite - 2 Nächte
Onguma Leadwood Campsite - 2 Nächte
Okaukuejo Bush Chalet - 1 Nacht
Dolomite Safaritent - 1 Nacht
Hoada Campsite - 1 Nacht
Grootberg Lodge - 1 Nacht
Mowani Mountain Campsite - 1 Nacht
Brandberg White Lady Campsite - 1 Nacht
Spitzkope Campsite - 1 Nacht
Swakopmund Namib Guesthouse - 3 Nächte
Blutkuppe Campsite - 1 Nacht
Onjala Lodge Panorama Suite - 2 Nächte

32 Übernachtungen (davon 17 im Dachzelt)
5'428 Kilometer 


Samstag, 30. April 2022

4. Woche Namibia

Die Hoada Campsite gehört zur Grootberg Lodge, welche nur 45min Fahrt entfernt liegt. Rolf hat sich bereits im Vorfeld gefreut, die nur für 4x4 erlaubte Zufahrt hochzufahren, während mir beim Anblick schon das Herz in die Hose rutschte. Ein kurzer, prüfender Blick des Mitarbeiters auf den zugeschalteten Allradmodus und dann ging es von der Passhöhe steil hinauf auf das Plateau. Oben angekommen verschlug es uns dann den Atem: Diese Aussicht über das Damaraland; einfach grandios! Nach einem erholsamen Tag am und im Pool ging es am Folgetag nach Twyfelfontein zum Mowani Mountain Camp.

Auf der zirka 3-stündigen Fahrt hatten wir das Gefühl, dass sich hinter jeder Kurve eine neue tolle Landschaft auftut. Am Ziel angekommen besuchten wir als erstes das "Damara Living Museum". Hier erfuhren wir viel Interessantes über die traditionelle Lebensweise und Kultur der Damara-Volksgruppe. Unter anderem, dass ein heisser Wickel aus Elefantendung gegen geschwollene Beine hilft (wie eine Fangopackung ;-) oder dass sich die Zweige des Mopanebaums gut als Zahnbürste eignen. Thyron unser Guide erklärte uns die Details teilweise zuerst in der Klicksprache und animiert uns zum Nachsprechen. Wir stiessen jedoch bereits bei der Begrüssung an unsere Grenzen. Nach der sympathischen Führung durch das Dorf wurden wir mit Tanz und Gesang verabschiedet.

Eigentlich wollten wir gleich im Anschluss die berühmten Felsgravuren bestaunen, welche in einem nahen Tal mit Quelle zu finden sind. Der Name Twyfelfontein bedeutet so viel wie "zweifelhafte Quelle", da sich die weissen Farmer, die sich hier niederliessen, nie ganz auf die Quelle verlassen konnten. Leider fühlte sich die Gegend am frühen Nachmittag wie ein heisser Backofen an und so überbrückten wir die Zeit im Visitor Centre mit einer Partie "Eile-mit-Weile", welches hier "don't worry, be happy" heisst. 

Am frühen Abend bei wunderbarem Licht führte uns dann Elizabeth durch das zerklüftete Felsmassiv. Geschaffen wurden die Gravuren von den San, die hier vor zirka 10‘000 Jahren jagten. Die Bildmotive sollten nachfolgenden Familien als Auskunft dienen, aber auch spezielle Erlebnisse festhalten. Persönlich finde ich faszinierend, dass die San das gleiche Symbol für Wasserquelle wie die Aborigines verwendeten; einen runden Kreis. Zudem sind die Gravuren sehr gut zu erkennen wobei es sicher nicht einfach war, mit den vorhandenen, einfachen Werkzeugen die Figuren in den Sandstein zu ritzen. Das bekannteste Bild ist ein Löwe mit mächtigen Pranken, welcher durch seinen rechteckig abgeknickten Schwanz ins Auge sticht. Nachdem wir die Guides noch ins nahe Dorf gefahren haben, bezogen auch wir unsere Campsite, welche schön versteckt neben einigen Felsen lag. Früh am nächsten Morgen besuchten wir dann noch die "Orgelpfeifen"; zum Teil bis zu 5m hohe und über 100mio. Jahre alte Basaltsäulen. Im Städtchen Uis fanden wir endlich wieder einmal ein gemütliches Café und staunten im Anschluss nicht schlecht über unseren blinden Passagier, welcher bei 80km/Std. am Seitenfenster mitsurfte.

Weiter ging es zum Brandberg Massiv, welches die "White Lady", eine weitere, sehenswerte Felszeichnung der San beherbergt. Seinen Namen hat der "Feuerberg" durch das intensive rote Glühen, wenn die Sonne auf die Westseite des Granits scheint. Die geplante, rund 2-stündige Wanderung verschoben wir aufgrund erneut sehr heissen Temperaturen auf den nächsten Morgen, schlugen direkt unser Nachtlager auf dem Campingplatz der Brandberg White Lady Lodge auf und freuten uns schon auf die Abkühlung in einem der beiden Pools. Diese waren jedoch bereits von einer Horde Schulkinder aus Swakopmund besetzt und so machten wir es wie die putzigen Erdmännchen und schauten aus sicherem Abstand dem Getümmel zu. Leider wollte sich auch in der Nacht die Erholung nicht einstellen, dafür war die Zahl der Moskitos in unserem Dachzelt zu hoch. So nahmen wir uns frühmorgens noch etwas verknittert einen Führer und wanderten durch das grüne, wunderschöne Tal zu den berühmten Wandzeichnungen mit Blick auf den mit 2‘573m höchsten Berg Namibias.

Kurz nach dem Mittag fuhren wir weiter zur Spitzkoppe, wegen der markanten Form auch das Matterhorn Südafrikas genannt. Erneut freuten wir uns über einen tollen Stellplatz inmitten faszinierender Felsformationen, welche wir am nächsten Morgen bei einigen Kraxelpartien näher bestaunten und dabei goldene Kaulquappen sowie flauschige Dassies (Klippschliefer) entdeckten.

Hier noch die neusten Bilder.

Tolle Erfindung: bite away konzentrierte Wärme zur Behandlung von Juckreiz. Ein echt geniales Ding!

Montag, 25. April 2022

3. Woche Namibia

Unsere Reiseroute sieht auf dem Papier, wie eine grosse 8 aus. Bevor wir den nördlichen Bogen unter die Räder nahmen, verbrachten wir erneut eine Nacht in Windhoek. Am Ostersonntag schlenderten wir durch die scheinbar ausgestorbene Hauptstadt und deckten uns am Folgetag erneut mit Proviant, Benzin und zwei warmen Wolldecken von unserer Autovermietung ein. Auf der Fahrt zum privaten Naturreservat "Waterberg Wilderness" kam uns der ganze Rückreiseverkehr entgegen, d.h. Osterverkehr gibt es also auch in Namibia ;-)

Der 50km lange und 16km breite Tafelberg ragt bis zu 200m aus der Ebene und hat als Abschluss ein rotes Felsband. Seinen Namen bekam der Waterberg durch zahlreiche Quellen, aus denen noch heute Wasser in Trinkwasserqualität sprudelt. Diese entstehen durch Regenwasser, welches durch den porösen Sandstein des Plateaus sickert und auf darunter liegende undurchlässige Steinschichten stösst. Auch geschichtlich ist die Region interessant und ein bedeutender, wenn auch sehr trauriger, Teil der Kolonialvergangenheit Deutschlands in Afrika. Durch das Tal im Naturreservat führen verschiedene markierte Pfade, welche man auf eigene Faust erkunden kann. Der staatliche Naturschutzpark auf dem Plateau darf jedoch nur im Rahmen einer geführten Tour besucht werden, da dort seltenes Wild u.a. auch Spitzmaul-Nashorn und Wasserbüffel anzutreffen ist. Beim Blick ins Tal und über die Ebene der Kalahari war man versucht die Titelmusik des Films "Der König der Löwen" anzustimmen.

Nach zwei Nächten auf schöngelegenem Stellplatz fuhren wir weiter Richtung Etosha Nationalpark. Nur 500m vom Eingang entfernt liegt das Onguma Game Reserve. Auf der Impala Campsite klappten wir für zwei Tage unser Dachzelt auf. In Fussnähe liegt das traumhafte Bush Camp, wo wir gemütliche Stunden am Pool verbrachten und dabei den einen oder anderen tierischen Besucher am Wasserloch beobachteten. Ein Sundowner-Gamedrive rundete unseren perfekten Aufenthalt hier ab.

Am Freitag früh fuhren wir dann durch das Osttor in den Etosha Nationalpark, welcher mit 22‘270 Quadratkilometer mehr als halb so gross wie die Schweiz ist. Im Park hatten wir zwei Übernachtungen in den staatlichen Camps eingeplant: In Okaukuejo, einer grossen Anlage in der Mitte des Parks sowie im Dolomite, einem Resort mit hübschen Zelt-Bungalows am Westende. Da die Vegetation zurzeit sehr dicht und noch saftig grün ist, kommen die Tiere weit seltener an die Wasserlöcher als in den trockenen Sommermonaten. Zudem ist die seit Jahren trockenliegende Salzpfanne, welche zirka knapp ein Viertel der Fläche einnimmt, teilweise mit Wasser gefüllt (etosha bedeutet "grosser, weisser Platz"). Trotzdem sahen wir auf unseren Fahrten eine Vielzahl an Wildtieren und durchquerten abwechslungsreiche Landschaften; damit hatten wir nicht gerechnet. Für besonders viele Glücksgefühle sorgte die Ansammlung von 14 Giraffen, der sich im Schatten ausruhende Gepard und die Rinos, welche im Laufe der Abenddämmerung die Wasserstelle direkt vor unserer ersten Unterkunft besuchten.

Nach dem Verlassen des Nationalparks war wieder eine Dachzelt-Nacht angesagt. Die Campsite Hoada liegt wunderschön zwischen riesigen Steinblöcken und schönen Mopanebäumen. Leider ziehen diese auch die lästigen Mopanefliegen an, welche gerne in Nase und Ohren kriechen. Zum Glück habe ich seit meiner Australienreise im Jahr 1997 immer meine „sieht-zwar-dämlich-aus-hilft-aber-gegen-nervige-Insekten“ Lösung auf Reisen dabei. Die Rettungsaktion beim Pool ist übrigens erfolgreich gewesen und der zuerst für Tod geglaubte Leguan war flugs im nächsten Loch verschwunden.

Und hier die neusten Bilder.